Happy OM – Frau Hoffmann macht jetzt Yoga

Wenn frau sich in der zweiten Vierzigerhälfte befindet, lehnt sie sich entweder zurück und ist zufrieden mit dem, was sie hat und was ihr Leben ausmacht. Oder  sie wird immer mutiger und probiert Dinge aus, die sie noch nie gemacht hat und denen sie vielleicht bisher skeptisch gegenüber stand.

Zu den letzteren gehöre ich, obwohl es mir mitunter nicht immer leicht fällt, meine Komfortzone zu verlassen. Aber ich habe es dennoch getan und mache jetzt Yoga. Sie werden jetzt vermutlich denken: „Na und? Was ist daran besonders?“ Richtig, vermutlich nichts. Aber für mich war es doch ein Schritt, von meiner voreingenommenen Position abzurücken und es zu probieren.

Nix mit OM und Tiefenentspannung

 

Das war die Erkenntnis gleich aus meiner ersten Yoga-Stunde. Yoga, das war für mich bis dato immer gleichbedeutend mit Entspannung, Atemübungen, Stillsitzen (was mir schon immer schwer fiel…), gleichmäßigem OM-Singen, weichen Matten und gestrickten Strümpfen. Das mit den Matten stimmte, vielleicht auch noch die gestrickten Socken, aber den Rest konnte ich schon nach 5 Minuten über Board werfen. Hier geht es um die Ansprache von Muskeln, von denen ich bisher kaum ahnte, dass ich sie habe. Es geht um Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit – alles versteckt in harmlos anmutenden Übungen wie den Herabschauenden Hund oder der Krieger 3. Am Tag nach meiner ersten Yoga-Stunde konnte mich kaum vom Stuhl erheben, nach der zweiten Yoga-Stunde hatte ich nur noch Probleme, die Treppe hinauf- oder hinabzusteigen. Aber es wird besser, Stunde um Stunde und ich entdecke, wie gut das „Wohlweh“ (Vokabel meiner Yoga-Lehrerin) tut.

Raus aus der Komfortzone

 

Yoga ist heute sehr beliebt und immer mehr Menschen praktizieren es regelmäßig. Gefühlt war ich eine der letzten Non-Yogis, aber ich gebe zu, ich bin überzeugt. Nicht nur von Yoga an sich. Nein, vielmehr fühlt es sich gut an, mal wieder über den eigenen Schatten gesprungen zu sein und entgegen der eigenen Einstellung sich einfach mal auf etwas Neues einzulassen – Ausgang ungewiss. Wenn es nichts für mich ist, egal, dann habe ich es wenigstens ausprobiert. Dieses „wenigstens ausprobiert“ ist die eigentliche Botschaft meines Blogposts, denn in Zeiten des Optimierungswahns muss alles zielgerichtet sein, positive Effekte erzielen, belegbar und verbreitungswürdig sein.

Da werden spezielle Uhren angeschafft, die messen, wie lange man schläft – ein Blick vor dem Schlafen und nach dem Aufwachen könnten hier ebenfalls helfen. Da werden Laufrouten online dokumentiert, verglichen , bewertet und natürlich gleich in die Community gepostet. Früher ging man Joggen – mal 10 Minuten länger, mal 5 Minuten kürzer. Bei all den tollen Entwicklungen der Digitalisierung – den damit einhergehenden Optimierungswahn kann und möchte ich nicht unterstützen.

Einfach mal machen

 

Für mich geht es einfach um das Ausprobieren, um Horizonterweiterung, Perspektivenwechsel, und der hat mich nun eben mal auf die Yoga-Matte geführt. Und die Moral von der Geschicht‘? Im Leben gibt es immer wieder Möglichkeiten, Dinge einfach mal ausprobieren, ohne lange hin und her zu überlegen. Wir neigen oft dazu, Dinge kaputt zu diskutieren und dann lieber gar nichts zu machen. Ich jedenfalls bin froh, dass ich über meinen langen Schatten gesprungen bin und freue mich heute über meine wachsende Beweglichkeit – körperlich durch den herabschauenden Hund oder den Krieger, aber auch mental, weil ich etwas ganz Neues, für mich Unerwartetes kennengelernt habe. In diesem Sinne ein dynamisches OM!

Es bloggte: Kerstin Hoffmann-Wagner

 


Wie offen sind Sie für Experimente? Nimmt die Bereitschaft, Neues auszuprobieren im Alter ab oder eher zu? Ich freue mich über Ihre Gedanken! Sie können Sie gerne hier als Kommentar mit uns teilen oder uns als Nachricht schicken.

2 Gedanken zu „Happy OM – Frau Hoffmann macht jetzt Yoga

  1. Liebe Kerstin,

    Toller Beitrag zum Jahresbeginn! Danke dafür😘
    Da ich Tiere liebe, eigentlich immer reiten lernen wollte, aber mich beim klassischen Reitunterricht vor einigen Jahren total unwohl und überfordert gefühlt habe, hatte ich das Thema für mich schon abgehakt.

    Im letzten Jahr bin ich dann aber doch noch mal über meinen Schatten gesprungen und habe in einem Westernreitstall ein Tagesseminar mit Boden-, Vertrauens- und Sitzübungen gebucht. Es war fantastisch. Die Ruhe, die die Pferde ausstrahlten und die gesamte Atmosphäre waren einfach erdend.

    Ich werde das in diesem Jahr wiederholen und dann mit fast 50 Jahren wohl doch noch zum Reiten kommen😀

    Es lohnt sich wirklich, in allen Lebenssituationen, aus der Komfortzone auszubrechen und was Neues zu wagen.
    Wie du sagst ist es völlig egal, ob es klappt oder man dabei bleibt: die Erfahrung allein ist wertvoll und führt zu mehr Zufriedenheit.

    Aus meiner Sicht nimmt die Bereitschaft Neues zu probieren mit dem Alter zu. Gerade wir Frauen haben dann endlich gelernt, mehr auf uns und unsere Bedürfnisse zu hören und uns nicht mehr so viel an Erwartungen anderer zu orientieren.

    Ich beobachte das auch bei meinen Coachees, die so zwischen 40 und 53 Jahren den Mut fassen, sich beruflich noch einmal zu verändern. Das persönliche Wachstum im Anschluss ist unglaublich beeindruckend.

    Ich kann nur empfehlen jetzt mit dem zu beginnen, wovon wir träumen oder vielleicht schon lange denken, dass wir das doch auch irgendwann einmal machen könnten.
    Der beste Zeitpunkt ist JETZT.

    1. Liebe Sandra,

      vielen Dank für Dein schönes Feedback und toll, dass Du mit dem Reiten begonnen hast! Und Du hast durch Deinen Beruf ja auch zudem noch einmal einen ganz anderen Blick auf das Thema Veränderung und Neues wagen. Danke Dir!

      Liebe Grüße, Kerstin

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