Wird das irgendwann besser? Umgang mit beruflichen Niederlagen im reiferen Alter

Wird das irgendwann besser? Umgang mit beruflichen Niederlagen im reiferen Alter

Berufliche Niederlagen gibt es immer wieder – eigentlich so lange wir im Arbeitsleben stehen. Aber ändert sich eigentlich der persönliche Umgang damit mit zunehmendem Alter? Mich beschäftigt die Frage seit einiger Zeit. Seit ich selbständig bin, gibt es zugegebenermaßen öfter den Fall, in dem es im Business nicht so läuft, wie ich es mir eigentlich gedacht habe, als früher in meinem Angestelltendasein. Aber gehe ich auch heute anders mit beruflichen Fehlschlägen um als noch in früheren Jahren?

 

Mal die Anderen fragen

 

Was macht man, wenn man eine grundlegende Frage versucht zu beantworten? Man macht erstmal eine Umfrage. So habe ich das natürlich auch gemacht und erstmal in meine Twittergemeinde hineingefragt. Twitter bietet eine schöne Möglichkeit, auf herrlich einfache Art mal eben eine Umfrage zu starten. Viele Follower haben leider nicht mitgemacht – vermutlich sind sie alle unter 40…. Aber ich wollte ein Stimmungsbild einfangen und das ist auch mit den Stimmen gelungen, die mitgemacht haben.

 

 

Es ist tatsächlich ein recht eindeutiges Ergebnis gewesen, das meine erste Umfrage ergeben hat: ja, im Alter von 40+ geht man/frau wohl gelassener mit beruflichen Niederlagen oder Fehlentscheidungen um als noch in jüngeren Jahren. Aber woran liegt das eigentlich? Und ist das bei mir auch so?

 

Ohne Panik zu Plan B

 

Nach längerem Nachdenken – und ich habe wirklich länger darüber nachgedacht – kann ich für mich klar mit Ja antworten. Auch ich bin tatsächlich heute bei beruflichen Fehlentwicklungen oder Andersentwicklungen, um mal das fehlerhafte heraus zu nehmen, gelassener als in jüngeren Jahren. Natürlich ärgere ich mich heute auch, wenn es nicht so wie geplant läuft, wenn sich Dinge anders entwickeln als gedacht oder mir jemand einfach einen Strich durch meine Rechnung macht. Aber das geht vorüber und zwar relativ schnell. Denn ziemlich schnell schalte ich um auf Plan B. Geht nicht, gibts nicht. Irgendwie muss es ja weitergehen. Es mag auch eine Portion Typfrage dazu kommen, das gebe ich gerne zu. Aber ich weiß heute, dass es für (fast) alles eine Lösung gibt und manchmal der Umweg oder Plan B im Nachhinein die bessere Lösung war.

Ich verfalle heute nicht mehr gleich in Panik, sondern fange sofort an, nach Alternativen zu suchen. Das war nicht immer so. Früher, so mit Mitte 20 oder auch in den 30iger Jahren habe ich mir viel mehr zu Herzen genommen, als eigentlich nötig war. Ich habe mich zu viel aufgeregt und meine Energie in Dinge gesteckt, die eh nicht mehr zu retten waren.

Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.

Diese Weisheit der Dakota Indianer klingt zugegebenermaßen etwas makaber. Aber sie zeigt exakt, worum es geht und was ich heute kann, das ich früher noch nicht beherrscht habe: rechtzeitig zu erkennen, wann es noch Sinn macht, in etwas Energie zu stecken oder wann es Zeit ist, ein Thema abzuschließen. Diese Einsicht hat mit Erfahrung zu tun, und das ist es, was mich, was uns heute auch in schwierigen beruflichen Situationen mit mehr Gelassenheit als früher reagieren lässt.
Was ich früher, wenn mir ältere Kollegen weise gesagt haben: „Warum regst Du Dich so auf? Es gibt andere Wege.“ oft als anmaßend oder unrealistisch abgetan habe, hat einen großen Funken Wahrheit. Und bei nochmaligem Hinsehen finde ich das einen unschlagbaren Vorteil in meinem heutigen Alter.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Sind Sie heute gelassener in schwierigen beruflichen Situationen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

 

 

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