Alt werden wir später – ist 40 das neue 30?

Als ich in meinem Netzwerk nach Anregungen für Blogbeiträge gefragt habe, kam die Idee zu diesem Blogbeitrag. Man kann inzwischen viel darüber lesen, warum wir uns heute mit 40+ so fühlen wie in früheren Jahren oder Jahrzehnten die 30jährigen. Aber woran liegt das eigentlich? Und wird dann 50 das neue 40…?

 

Mehr Inhalt für längeres Leben

 

Letztlich ist die Frage danach, warum das so ist – und es ist zweifelsohne so – schnell beantwortet. Durch die ständig steigende Lebenserwartung zum einen haben wir schlichtweg viel mehr Zeit für viele Dinge. Wurden die Frauen 1950 im Durchschnitt 68,5 Jahre alt oder 1970 im Durchschnitt 73,4 Jahre, stieg das Alter in den letzten Jahrzehnten rasant bis auf inzwischen 83,4 Jahre im Jahr 2015 (Quelle: statistica.com). Dieses Mehr an Lebenszeit muss ja gefüllt werden…

Ein weiterer Grund ist allerdings natürlich – und das trifft vor allem für Frauen zu – die sich ändernden beruflichen Gegebenheiten. In der Zeit von 1991 bis 2013 hat sich die Zahl der weiblichen Hochschulabsolventen verdoppelt, d.h. wir Frauen sind einfach älter als früher, wenn wir in den ersten Job starten, und älter, wenn wir uns um Themen wie Familie, Familienpausen, Wiedereinstiege usw. kümmern.

 

Ich – Spätzünder

 

Jetzt aber erstmal Schluss mit drögen Statistiken. Wir brauchen nur um uns herum zu schauen oder einfach auf mich selber. Als ich meinen ersten Studienabschluss hatte – damals noch einen Fachhochschulabschluss – war ich 22, bei meinem zweiten Studienabschluss (ein berufsbegleitendes Studium) war ich 30. Es folgte ein Jobwechsel, bis ich mit 34 und 39 meine beiden Kinder bekam und jeweils knapp 1,5 Jahre in Elternzeit ging.

So ist es nicht verwunderlich, dass ich z.B. mit 42 beschloss, noch einmal etwas Neues zu wagen, um noch flexibler für die Familie sein zu können. Ich absolvierte noch einmal eine Weiterbildung und machte mich selbständig.

 

Lebenslange Neuanfänge

 

Heutzutage ist es also überhaupt keine Frage mehr, mit 40+ noch einmal neu zu starten. Alles verschiebt sich mit der Zeit nach hinten: die Zeit der Ausbildung und des Studiums, die Zeit der Familiengründung (wenn man sich überhaupt dafür entscheidet), die Zeit der Jobwahl und des -wechsels und die Zeit für neue berufliche und persönliche Entscheidungen. Es scheint fast, als würde jede Phase des Lebens viel intensiver genutzt, als dies früher der Fall war.

Und ebenso wenig besteht Zweifel daran, auch mit über 40 noch Weiterbildungen beginnen zu können, wenn sie uns in unserem beruflichen Tun weiterbringen. Gerade die Möglichkeit, sich per Fernstudium oder online mit Studienmaterialien zu versorgen und bequem von zu Hause aus im eigenen Rhythmus zu lernen, senkt die Hemmschwelle enorm, sich in neuen Themen fortzubilden.

Ich finde diese Entwicklung sehr gut, denn sie zeigt, dass das ganze Leben Chancen für Veränderungen und Neuanfänge bereit hält. Selbst in der Zeit nach dem aktiven Berufsleben findet man immer häufiger Menschen, die sich noch einmal an Neues wagen, sich selbständig machen in ihrem Traumberuf oder noch einmal studieren. Es gibt hier natürlich Situationen, in denen dies aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht möglich ist. Aber die Optionen sind da und mehr und mehr Menschen nutzen sie!

 


Wie sehen Sie das neue 30? Haben Sie andere Erfahrungen? Schreiben Sie mir hier einfach Ihre Meinung oder über das Kontaktformular!

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